Chronik

Geschäftsstelle: 1. FRC "13er-Husaren", Peter Jopp, Postfach 12 51, 63462 Maintal, 

Tel.: 06181/6108995

Die Chronik der 13er- Husaren
 

So ist das nun einmal mit Chroniken, es ist durchaus möglich, daß sich Daten in der Erinnerung verschoben haben und das eine oder andere Ereignis in der Flut der Erinnerungen leider untergegangen ist. Doch Dank des langjährigen Ehrenmitglieds Günter Dillenburger (war seit über 40 Jahren Reporter bei der Frankfurter  Rundschau), des Ehrenkommandeurs des Reitercorps Heinz Elbrecht und vielen Mitglieder, die sich gerne an die "alten Zeiten" erinnerten, konnte eine immense Menge von Daten zusammengebracht werden. Es ist uns daher eine große Freude, Ihnen an dieser Stelle die Vereinsgeschichte der 13er Husaren (vor dem Jahr 1968 Reitercorps der "Maa-Gard) - die auch ein gutes Stück Zeitgeschichte darstellt - aufzuzeigen 

Gründung der "Dreizehner"

Im April 1968 wurde beim FKV 1911 die Idee eines eigenständigen Reitercorps geboren. Spontan erklärte sich der Gründer der Reitergruppe im FKV 1911, Dr. Adolf A. Brill, bereit, aktiv bei der Umsetzung von der Idee in die Tat mitzuhelfen. Im Juni 1968 war es dann soweit und der "Große Rat" der Karnevalsvereine Frankfurt wurde informiert. Nach eingehenden Beratungen einigten sich die Mitglieder des nun eigenständigen Vereins, unter Mithilfe des damaligen Vizepräsidenten des "Großen Rates", Konrad Trapp, auf den Namen
"1. Frankfurter Reitercorps 13er Husaren ".

In die Gründungsliste hatten sich eingetragen (alphabetisch): Wilhelm Abt, Rosemarie Appenheimer, Charly H. Bodet, Dr. Adolf A. Brill, Luise Christmann, Heinz Elbrecht, Julius Geist, Helga Hangen, Hannelore Lamb, Gudrun Laubner, Herta und Walter Möller, Marion Möller, Ingeborg Peschel, Ursula Schmidt, Ingetraut Schouten, Helga und Günter Schweidler und Irmgard Winschuh. 

Niederursel war Sitz des Vereins, wie auch im Vereinsregister beim Amtsgericht Frankfurt eingetragen. In den Vorstand wählte man: Günter Schweidler (1. Vorsitzender), Helga Hangen (2. Vorsitzende und GF), Ursula Schmidt (Schatzmeisterin), Ingetraut Schouten, Luise Christmann (Schriftführerin), Heinz Elbrecht (Kommandeur) und Dr. Adolf A. Brill (Ehrenkommandeur).

Keine Rose ohne Dornen ....

Unverzüglich stellte der Vorstand der 13er einen Antrag an den "Großen Rat", das "1. Frankfurter Reitercorps 13er Husaren - Karnevalistische Vereinigung e.V." in die Dachorganisation aufzunehmen. Doch nicht nur das erfolgte, der "Große Rat" nahm die "13er" sogar als seine "berittene Prinzengarde" auf und darauf sind die 13er noch heute stolz. 

Jetzt mußte damit begonnen werden, all' die kleinen und großen Probleme eines Vereines zu bändigen. zunächst mußte sich die Vereinsführung mit dem Uniformproblem beschäftigen und das Geld war wirklich knapp. Doch daran wollten es Walter Möller, Charly Bodet und Julius Geist nicht scheitern lassen und schufen die finanziellen Voraussetzungen. Nun konnte die Firma Ott & Heinemann nach alten Bildern und Vorlagen aus der Husarenzeit originalgetreu die Herrenuniformen herstellen; unser Mitglied Rosemarie Appenheimer (Damenschneidermeisterin) fertigte die Damenuniformen an - blau mit Silberlitzen. Zu den Mützen verhalf den 13ern wieder einmal Dr. Brill. Durch seine guten Beziehungen veranlasste er den Pelzgroßhändler Paul Helbig zu einer Stiftung von Sealfellen, aus denen schwarze Pelzmützen mit rotem Einsatz entstanden. Noch im selben Jahr, am 28. November 1968, trat das 1. Frankfurter Reitercorps 13er Husaren in kompletter Uniform auf; neu eingekleidet wurde es erst wieder im Jahre 1977. Ehrenpräsident Julius Geist stiftete ein Standarte und Schritt für Schritt ging es Aufwärts, was sich unter anderem auch in vielfältigen Veranstaltungen und Versammlungen der 13er Husaren widerspiegelte 

Es war einmal ein treuer Husar

Ein Jahr nach dem neuen Anfang - 1969 - schrieb sich ein ganz originelles Mitglied bei den 13er Husaren ein: Robert Maxheimer, Rüstiger Veteran der berühmten 1. Schwadron des Original-Reiterregiments "13er Husaren". Er diente dort um die Jahrhundertwende und war in der alten Bockenheimer Artilleriekaserne stationiert. Im Februar 1969 feierte "Opa Maxheimer" seinen 95. Geburtstag im Kreise der Reiterfreunde und zu diesem besonderen Anlaß legte er nach sieben Jahrzehnten noch einmal die historische Husaren-Uniform an. Als "Talisman" des Vereins fehlte er bei kaum einer Veranstaltung, bei der die "13er" mit von der Partie waren. 

Ganz groß wurde dann 1974 der "Hundertste" arrangiert: Rundfunk, Fernsehen, Tagespresse und Illustrierte berichteten in entsprechender Aufmachung. Zu den vielen Gratulanten zählten auch der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann, der zu dieser Zeit amtierende Hessische Ministerpräsident Albert Osswald sowie der frühere Frankfurter Ober- Bürgermeister Rudi Arndt. Mit dem "Aushängeschild" Robert Maximiere machten die 13er Husaren weit über die Mainmetropole hinaus, sogar bis ins Ausland, von sich reden. Noch in den letzten Lebenstagen war er zu jedem Späßchen aufgelegt und bewies einen unbändigen Lebenswillen. In seiner bewundernswerten Frohnatur erreichte er das biblische Alter von 101 Jahren. 

Schwere Zeiten

Im Juli 1972 verstarb plötzlich der Freund und Gönner der Husaren, Willi Ahrensdorf, und mit seinem Ableben wurden auch die Trainingsmöglichkeiten in Frage gestellt, weil durch die Auflösung des Reitstalls Ahrensdorf am Platz Niederursel kaum noch Pferde zur Verfügung standen. Als dann auch noch der Vereinswirt Wilhelm Abt völlig unerwartet starb, geriet der Verein in eine länger anhaltende Krise. Die aktiven Mitglieder pendelten zwischen Niederursel, Seckbach und Heddernheim. Nur unter großen Schwierigkeiten hielt man damals das Vereinsleben aufrecht. Doch die Vereinsfreunde wollten das 1. Frankfurter Reitercorps 13er Husaren nicht einfach "in der Versenkung" untergehen sehen und fanden gemeinsam einen Ausweg. Das Training verlegte der Verein nach Seckbach in die Reitbahn an der Gelastraße und dann in die unmittelbare Nachbarschaft. Damit war nach einer Zeit ohne Pferde, in der die Aktivisten demonstrativ auf echten Steckenpferden ausritten, eines der gravierendsten Probleme vorerst gelöst Etwa ein Jahr lang gastierte der Verein beim "Lahmen Esel" (also wieder) in Niederursel - sowohl im Lokal als auch auf dem Reiterplatz. Aber unverschuldet stand das Corps plötzlich wieder vor einer Talfahrt. Es bestand sogar die Gefahr einer Spaltung des Vereins, weil den Reitern, durch Schwierigkeiten auf die sie keinerlei Einfluss hatten, die Basis für das gemeinsame Training entzogen war. Trainiert wurde von den Mitgliedern noch, aber eben nirgendwo gemeinsam. Noch heute fehlen Pferde und Reiternachwuchs für regelmässigen Übungsbetrieb. 

Irgendwie schaffen wir es ....

.... sagten sich die Mitglieder der 13er Husaren. für den Frankfurter Zug und den Heddernheimer Zug wurden bis 1996 Pferde organisiert und von Mitgliedern geritten, um die Tradition des Reitercorps aufrechtzuerhalten. Als im Jahr 1997 durch Widrigkeiten keine Pferde zur Verfügung standen, entschied man sich kurzerhand dafür - auch ein wenig dem Wandel Zeit entsprechend - auf Pferdestärken umzusteigen. Das Autohaus Georg von Opel stellte spontan einen Pontiac für den Frankfurter Zug zur Verfügung und dies völlig uneigennützig, denn auf den Zügen ist jede Werbung verboten. Damit traf man bei Mitgliedern, Freunden und Zuschauern auf großen Zuspruch. Die Uniform selbst wird auch "auf dem Boden" mit Respekt getragen und "echte" Pferde gehören noch nicht der Vergangenheit an. Pläne werden gemacht und neue Kontakte werden aufgebaut. So etwas braucht Zeit, aber - wie schon der Volksmund sagt -: "Gut Ding' will Weile haben". 

In Rödelheim hat das 1. Frankfurter Reitercorps 13er Husaren vor vielen Jahren ein festes Domizil gefunden und fühlt sich heimisch. Es ist dort auch Mitglied des Vereinsring Rödelheim. 

1997 gab es eine Veränderung im  Vorstand. Helga Hangen legte die Zügel in die Hände  von Peter Jopp und trat nach 25 Jahren aktiver Vereinsarbeit vom Vorstand zurück. 
Der Neue Vorstand setzt sich  nunmehr folgendermassen Zusammen 
1. Vorsitzender Peter Job, 2. Karl-Heinz-Engelmann, 1. Schatzmeister Wild Palmovski 

Eine Schar von Aktivisten 

Vom traditionellen Damen-Elferrat bis zum Festausschuss, kein Bereich der 13er Husaren würde überleben, wenn die Mitglieder nicht bereit währen, aktiv und engagiert mitzumachen. Das bedeutet nämlich nicht nur,  in der "5. Jahreszeit" bei  vielen Auftritten und Veranstaltungen den Verein zu repräsentieren und eine Prunksitzung aufzubauen, die ihrem Namen gerecht wird. Es ist auch die nächste Kampagne vorzubereiten und den Mitgliedern in der ersten bis vierten Jahreszeit zu Spaß und Freude zu verhelfen. Dies ist eine Verpflichtung, die sich die 13er Husaren besonders in letzter Zeit sehr zu Herzen genommen haben: Osterfest, Sommerfest, gemeinsamer Besuch der Veranstaltungen des Rödelheimer Vereinsrings und befreundeter Vereine, ein neuer Husaren-Stammtisch, Weihnachtsfeiern für groß und Klein, der Weihnachtsmarkt in Rödelheimer und...und...und. Dass diese Veranstaltungen ankommen, zeigt die Zahl der teilnehmenden Mitglieder und Gäste. So ist das nun `mal:  jeder Verein lebt für, mit und durch seine Mitglieder und Freunde